Die Tür ohne Schlüssel
Faiz wohnt in einer Wohnung in Mutrah — dem Hafenviertel von Maskat, im Oman. Drittes Stockwerk ohne Aufzug. Die Tür hat einen Riegel, der sich von Hand öffnen lässt, ohne Schlüssel. Die Nachbarin aus dem zweiten Stock hat es ihm schon mehrmals gesagt: das sei gefährlich. Faiz lächelt jedes Mal. Wenn jemand rein will, kommt er rein. Aber er muss raus können.
Die Baue des arabischen Rotfuchses haben zwischen zwei und vier Eingänge. Faiz' Wohnung funktioniert ähnlich: große Fenster nach Osten ausgerichtet, Querlüftung, ein Vorsprung im Schlafzimmer, der auf eine Gasse geht und von dem man bei Bedarf auf die Straße klettern kann. Der Nissan Urvan, immer unten geparkt, immer bereit. Der Gedanke, nur einen einzigen Ausweg zu haben, erzeugt in ihm etwas, das nicht genau Angst ist, aber nahe dran. Biologen nennen das Anti-Räuber-Verhalten — den Bedarf nach mehreren Fluchtrouten. Bei einem wilden Fuchs ist es der Unterschied zwischen fressen und gefressen werden. Bei Faiz ist es der Unterschied zwischen gehen können und gefangen sein.
Dieses Bedürfnis gilt auch für das, was er bei sich trägt. Wenn er weg muss, geht er. Mit dem, was er hat. Wenn du lieber ein flaches Format mit Griffen willst, gibt es Faiz auch [als Tote Bag](https://www.yagopartal.com/de/animal-kinhood/faiz/). Ein Rucksack ist genau das — etwas, das du trägst und das das Minimum enthält, um zu funktionieren. Faiz ist nicht der Typ, der einen Abgang mit drei Koffern und einer Liste plant. Er geht durch die Tür mit dem, was er auf dem Rücken hat, und löst alles unterwegs.







