Fox Street, zwei Uhr
Sie schließt die Ateliertür, überprüft das Vorhängeschloss zweimal und läuft Fox Street hinunter. Der Asphalt glänzt, wenn es geregnet hat — in Johannesburg fallen Sommergewitter schnell und heftig, und um zwei Uhr morgens ist nur noch der Dampf übrig, der vom Boden aufsteigt. Die Gebäude in Maboneng sind umgebaute Industriebauten: Sichtziegel, Metalltreppen, Galerie-Schilder, die zu dieser Stunde geschlossen und dunkel sind.
Der Shisa-Nyama-Inhaber an der Ecke hält denselben Schnitt für sie bereit. Wenn sie zwei Abende nicht auftaucht, schickt er ihr eine WhatsApp. „Am Leben?" „Am Leben." Das ist alles, was sie brauchen. Nala überquert die Straße nach Jeppestown, wo die Laternen nur halb funktionieren und die Straße anders klingt: weniger touristisch, mehr Wohngebiet, ein Hund hinter einem Zaun, Gospelmusik aus einer Wohnung im Obergeschoss. Wenn die Nacht klar ist, geht sie durch Bez Valley, wo der Asphalt aufbricht und der Himmel sich etwas mehr öffnet.
Keine Kopfhörer. Das ist wichtig. Sie hört der Stadt zu, so wie sie als Kind der Landschaft von Limpopo gelauscht hat, als Koko sie mit einer Taschenlampe zum Rand des Velds brachte. Die Tiere haben sich verändert — Schakale zu Autos, Klippschliefer zu Load-Shedding-Generatoren — aber die Gewohnheit, ungefiltert zu hören, bleibt. Der Spaziergang dauert vierzig Minuten bis eine Stunde. Sie kommt über Main Street zurück, geht nach oben, zieht die Stiefel aus, lässt das Stachel-Halsband an. Um fünf Uhr morgens schläft sie. Um zwei Uhr nachmittags steht sie auf. Der Erdwolf ist nachtaktiv. Nala auch.







