Am Leben?
Der Inhaber des Shisa-Nyama-Standes an der Ecke von Fox Street — ein Grillfleischstand, bei dem halb Maboneng mindestens einmal pro Woche isst — kennt [Nala](https://www.yagopartal.com/de/animal-kinhood/nala/) mit Namen. Nicht wegen des Tattoos oder der Jacke, auch wenn beides dazu beiträgt, dass man sie drei Blocks weit erkennt. Er kennt sie, weil Nala fast jeden Abend zwischen acht und neun auftaucht, immer dasselbe Stück bestellt, auf derselben Holzbank an der Hinterwand sitzt und langsam isst, während sie aufs Handy schaut. Sie redet nicht viel. Zahlt, nickt, geht.
Wenn Nala zwei Abende hintereinander nicht kommt, schickt der Inhaber ihr eine WhatsApp. Ein Wort: „Am Leben?" Und Nala antwortet mit einem: „Am Leben." Das ist alles, was sie brauchen. Es ist die Art Beziehung, die funktioniert, weil keiner von beiden sie erzwingt. Der Erdwolf hat ein Futterrevier, das er jede Nacht abläuft — dieselben Wege, dieselben Stops, denselben Rhythmus. Nala hat Fox Street.
Was sie zum Shisa Nyama mitnimmt, passt in ihre Jackentaschen: Handy, Geldbörse, Schlüssel. Aber an den Abenden, wenn sie mit Material aus dem Atelier kommt — ein Musterheft, Filzstifte, die Tablettenhülle, auf der sie Designs überprüft — steckt sie alles in eine Tasche. Keinen Rucksack, keine Handtasche. Eine Stofftasche, die man zusammenfalten und verstauen kann, wenn sie leer ist. Nala häuft keine Dinge an, die Platz wegnehmen, wenn sie sie nicht benutzt. Drei Wohnungen in vier Jahren, immer im selben Radius von sechs Blocks: wenn man so umzieht, lernt man, alles in zwei Fahrten zu verstauen.







