Der neue Kollege und die Liste von drei Dingen
Im Rathaus von Ambalavao gibt es eine Gewohnheit, die Wesley seit Jahren beibehält. Wenn ein neuer Kollege anfängt zu arbeiten — Praktikant, Zeitarbeiter, was auch immer —, gibt Wesley ihm drei Anweisungen. Immer drei. Nie mehr. Erstens: wo die Fenster sind, die man öffnen kann. Zweitens: wie der Eingangs-/Ausgangskorb funktioniert. Drittens: dass man fragt, bevor man etwas in einer Akte unterschreibt, wenn man etwas nicht versteht, weil eine falsch gesetzte Unterschrift eine Einigung um drei Wochen verzögern kann.
Keine Willkommensrede. Keine formelle Vorstellung. Wesley sagt diese drei Dinge, zeigt auf den Schreibtisch, an dem die Person sitzen wird, und kehrt zu seiner Arbeit zurück. Wenn der neue Kollege am nächsten Tag das Fenster geöffnet hat, bevor er das Licht einschaltet, weiß Wesley, dass er zugehört hat. Wenn nicht, wiederholt er es noch einmal. Nur einmal.
Diese Art zu vermitteln — konkret, ohne Schnörkel, ohne erzwungene Herzlichkeit — ist das, was im Porträt sichtbar wird. Wesley schaut direkt vor sich. Mund geschlossen. Augen aufmerksam. Der Kamelmantel verleiht ihm eine Förmlichkeit, die keine Erlaubnis braucht, und die Tweedweste sagt, was Wesley nie laut sagen würde: dass Kleidung auch Struktur ist.







